Von Feministen und Humor

Ist es überhaupt möglich diese zwei Begriffe in einen Satz zu packen, ohne dass das Internet zusammen bricht? Die heutige Gesellschaft ist so sehr von schwarz und weiß geprägt, dass ich mich gar nicht traue den Mund aufzumachen. Es ist nicht mehr einfach einen Gedanken zu verlauten, ohne sofort in eine Schublade gesteckt zu werden – in welche man im Idealfall nicht einmal gehört. Manchmal fühle ich mich wie eine Socke, die ausversehen in der Schublade mit den BHs gelandet ist. Darf ich als Frau nicht mehr über böse Witze lachen, in welchen die Pointe ist, dass die weibliche Protagonistin nicht parken kann?

Ich bestreite auf keinen Fall, dass man bei sowas aufpassen sollte, wer das sagt und wie er (oder sie) das sagt. Aber man sollte doch über Stereotypen auch lachen können, oder nicht? Beispielsweise lasse ich es mir nicht nehmen, beim Autofahren mal verärgert zu sagen: „Das da vorne ist bestimmt eine Frau, so wie die fährt!“. Und danach lache ich immer über mich selbst. Selbst meine Mutter sagt das beim Fahren oft. Macht mich das sofort zu einer von der Gesellelschaft unterdrückter Frau? Das ist doch Blödsinn! Es beweist doch ganz im Gegenteil Stärke oder (in meinem Fall eher) Gleichgültigkeit gegenüber dem Gesellschaftsbild. Mir ist es (entschuldigt mein Französisch) scheißegal, was die Männer denken. Warum sollte ein Haufen Menschen beeinflussen, was ICH möchte? Für mich ist das klassische Frauenbild, wie eine peinliche Geschichte aus der Vergangenheit. Ich mache Witze darüber.

Aber wir sooft gibt es Menschen, die einem einen Lacher nicht gönnen. „Wie kannst du nur über so etwas lachen?!“ Ganz einfach: Ich kann es eben! Denn darüber lachen zu können, bedeutet nicht, es gut zu heißen. Nein, es bedeutet eben darüber zu lachen. Ist das nicht einleuchtend? Wie der Zufall es will, habe ich an dem Tag, an welchem ich diesen Text begonnen habe, einen feminismuskritischen Blog gefunden… Mit „kritisch“ meine ich absolut verhasst. Ich habe mir alles durchgelesen (Es waren sehr viele Zeilen) und am Ende kommentierte ich mit „So einen Blödsinn habe ich noch nie gelesen“. Das stimmt. Auch Henry las den Eintrag und schnaubte durch die Nase. Ist es nicht unglaublich, dass Leute sich wirklich die Zeit nehmen, um etwas frauenfeindliches zu schreiben? Aber gebe ich wirklich Männern das Zepter in die Hand bloß, weil ich über einen bösen Witz lache?

Es beschäftigt mich wirklich stark, denn ich sehe mich als Feministin. Problematisch ist aber das gesellschaftliche Bild von Feministen. Denn wenn man Feminist ist, ist man gleich radikaler Feminist (lt. Gesellschaft). Ein Feminist, der Boxershorts anzündet und Männer, die Frauenwitze machen, erdolchen. Dabei geht es beim Feminismus um GLEICHBERECHTIGUNG und nicht um eine Herrschaft der Frau.

Ich weiß nicht… Die Gesellschaft verwirrt mich manchmal.

2 Kommentare zu „Von Feministen und Humor

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