Von Geschwisterliebe und Fäusten

Hat jemand von meinen Lesern Geschwister? Sie treiben einen in den Wahnsinn, nicht wahr? Es gibt Tage, da möchte man einen filmreifen Roundhouse-Kick vollführen. Und an manchen Tagen ist man bereit seine Seele für das Geschwisterchen zu verkaufen. Machen wir uns nichts vor. So ist es einfach. Die Forschung schweigt zwar noch dazu, aber ich bin ziemlich sicher, dass es ein Naturgesetz ist.

Ich für meinen Teil habe zwei jüngere Brüder, weshalb ich nur von jüngeren Geschwistern als Erfahrung erzählen kann. Zu größeren Geschwistern kann ich nur sagen, dass ich von meinen Brüdern noch nie eine Beschwerde gehört habe. Gut, dass die Leser nicht sehen, wie ich meine Finger gekreuzt hatte beim Schreiben. Das ist natürlich totaler Humbug. Er beschwert sich so viel über mich – das passt in kein Gästebuch. Mein einer Bruder ist vier Jahre jünger und der andere 15. Mit dem älteren Bruder hatte, habe und werde ich immer Streit haben. Wir sind früher sogar handgreiflich geworden. Was Worte nicht regeln konnten (und es sei bemerkt, damals konnten sie es nie), musste mit Schlagen und Kratzen geklärt werden. Das hat glücklicherweise aufgehört. Diese Prügeleien gingen sogar so weit, dass ich mitten in der Nacht ins Krankenhaus musste. Aber nicht, weil mein Bruder mich so zugerichtet hatte.

Worüber wir gestritten hatten, weiß ich überhaupt gar nicht mehr. Vermutlich wusste ich es schon am selben Abend nicht mehr. Auf jeden Fall geschah der Klassiker und mein Bruder und ich zofften uns. Irgendwann platzte mir der Kragen und ich trat ihm vors Schienbein – und vor Schmerzen verzog ich das Gesicht. Ich hatte ihm mit dem Innenrist total gegen das Bein gedonnert und mein Bruder bekam nicht einmal einen blauen Fleck. Im Gegensatz zu ihm konnte ich vor Schmerzen kaum laufen. Im Laufe des Tages wurde der Fuß immer dicker und dicker, bis ich nicht einmal mehr vernünftig sitzen konnte ohne Schmerzen. Mitten in der Nacht humpelte ich, weinend vor Schmerzen, zu Papa ins Schlafzimmer und bat ihn mich ins Krankenhaus zu fahren, weil ich solche Schmerzen hatte.

Es war nichts Schlimmes. Lediglich eine starke Prellung meinte der Arzt, dem ich im Übrigen erzählt habe, ich hätte mir den Fuß am Tisch gestoßen.

Hatte ich etwas daraus gelernt? Nein. Schlugen mein Bruder und ich uns danach immer noch die Köpfe ein? Ja. Aber wir prügeln uns immer mit dem Hintergedanken, dass wir und tief in unserem Inneren weniger hassen.

3 Kommentare zu „Von Geschwisterliebe und Fäusten

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