Von Hunden und wie sie pupsen

Ich habe wirklich lange überlegt, wovon meine erste Erzählung handeln könnte. Was ist ein Thema, das alle berührt? Hunde. Ganz eindeutig. Jeder kennt sie, jeder liebt sie. Und wer es nicht tut, liebt Katzen. Das ist genauso ein Gesetz, wie dass man keine Nachrichten auf der Mailbox hinterlässt. In meinem Haushalt habe ich einen Hund. Aus datenschutzrechtlichen Gründen werde ich seinen Namen in dieser Erzählung ändern, denn ich habe leider noch nicht sein Einverständnis dafür erhalten. Blöd, dass Menschen und Tiere leider nicht eine Sprache sprechen. Aus diesem Grund nennen wir diesen Hund einfach Tem. Wir haben Tem bekommen, als ich noch zur Schule ging. Meine Eltern holten ihn als Überraschung für uns. Noch heute sagt meine Mutter, dass er für uns bestimmt war. Denn auf dem Weg zum Verkäufer hatten sich meine Eltern verfahren und als sie endlich da waren, war nur noch Tem da. Ein tapsiger, tollpatschiger Hund, der bis heute vor allem Angst hat. Er rutscht ohne erkenntlichen Grund auf den Fliesen aus, wobei seine Pfoten in jede nur erdenkliche Richtung auseinanderfahren. Manchmal steht er auch einfach an einer Stelle und seine Beine verflechten sich ineinander, ohne dass er sich bewegt. Dabei nähert sich sein Körper in rasender Geschwindigkeit dem Boden, als würde sein Körper eine stärkere Schwerkraft erleben als der Rest von uns.
Tem lag auf der Heimfahrt in den Armen meiner Mutter, Papa war am Steuer. Und anscheinend ging es unserem Tem so gut, dass er tief und fest schlief – und pupste. Die ganze Fahrt lang wurde das Brummen des Motors von einem regelmäßigen „Pffft“ begleitet. Tem macht das immer noch mit dem Unterschied, dass er sich beim fahren lassen erschreckt und aufspringt. Es ist ja auch tatsächlich ein komischer  Prozess. Da kommt einfach Luft hinten raus, da kann ich die Hunde schon verstehen – das ist in der Tat verstörend und in manchen Fällen gruselig.
Was Tem noch gerne macht ist im Übrigen einen im Raum stehen zu lassen und wenn dann alle sich dort Befindende fluchtartig das Zimmer verlassen, läuft er panisch mit, als wäre er es nicht gewesen.
Und immer wenn er das macht, denke ich: So unähnlich sind sich Menschen und Hunde gar nicht. Vielleicht lieben wir sie deshalb so doll.

3 Kommentare zu „Von Hunden und wie sie pupsen

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  1. So, jetzt bin ich bei dir gelandet, liebe Siv😊
    Eine so schöne Geschichte hast du da geschrieben! Mach’ nur weiter so😍

    Genau so machen sie das, unsere lieben Herzen auf vier Pfoten❤️
    Unser alter Hund Flips pupst ganz leise, aber heimtückisch. Wenn er schnell aus seinem Bett aufsteht und ans andere Ende vom Zimmer flüchtet, dann weiß ich, daß ich mir sofort die Nase zuhalten muß😊 Dann kommt das Unheil in großen Schwaden und man wird grün im Gesicht🤢 Aber: wenn‘s Pöchen brummt, ist das Herzerl g‘sund😂
    Liebe Grüße
    Elisabeth

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  2. Hallo Elisabeth, danke für deine Rückmeldung. Das freut mich richtig! Unser Hund macht es auch noch so, dass er einen fahren lässt, aber leise, und wenn dann alle fliehen, dann rennt er mit raus, als wäre er es nicht gewesen. 😂

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